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Optionsschein-Magazin 08/96, S. 64-67

 

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Die Aufbereitung von Daten mit MetaCareBase 1.1
                        zur Einspeisung in amerikanische Börsensoftware

> Will man hierzulande amerikanische Börsensoftware wie z. B. MetaStock verwenden, müssen die von deutschen Datendiensten gelieferten Daten ins MetaStock-Format (dem in den USA und weltweit meistverbreiteten Format für Börsendaten) umgewandelt werden. Die Datenverwaltungssoftware MetaCareBase leistet dies und bietet zusätzlich eine Vielfalt von weit darüber hinausgehenden Funktionen.

MetaCareBase ist in drei nativen 32-bit-Versionen für alle Microsoft-Betriebssysteme und OS/2 erhältlich und unterstützt mit ECO-NET, Lenz&Partner, Market Maker (Data Pool), der Neuen Wirtschaftspresse (NWP) und Winchart alle großen deutschen Datenanbieter . Der gelben Verpackung entspringen ein englischsprachiges Handbuch im DIN A4 Format, eine 3 ½ Zoll Diskette, ein etwa zehnseitiger Überblick über die unterstützten deutschen Datendienste und eine postkartengroße Installationsanleitung, beide in deutscher Sprache. Die Windows95/WindowsNT-Version von MetaCareBase soll hier unter Windows95 mit dem Datenangebot der Neuen Wirtschaftspresse erprobt werden.


Installation

Die Installation geht der Anleitung folgend leicht von der Hand. Das Installationsprogramm wird über den Explorer gestartet und entpackt MetaCareBase auf die Festplatte. Dort werden etwa zwei Megabyte in Beschlag genommen. Anschließend muß MetaCareBase individuell konfiguriert werden. Das im Gegensatz zum englischsprachigen MetaCareBase deutschsprachige Konfigurationsprogramm wird wieder über den Explorer gestartet. Übersichtliche Menüs und erläuternde Textpassagen führen dort durch die erforderlichen Entscheidungen wie zum Beispiel der Auswahl des Datendienstes. Da man hier einige wichtige Entscheidungen für die Organisation der Daten treffen muß, sollte man sich eine Viertelstunde Zeit nehmen und die erklärenden Texte genau lesen. Abgesehen davon benötigt die Konfiguration nur wenige Minuten.

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Die MetaCareBase- Programmgruppen sind gut gefüllt.

Durch die Konfiguration werden unter anderem vier Programmgruppen angelegt, zwei davon enthalten diverse News- und Infodateien und das Handbuch in elektronischer Form. Die dritte enthält das Konfigurationsprogramm und MetaCareBaseSPY, ein interessantes Zusatzprogramm , das noch eine genauere Betrachtung lohnt. In der vierten Programmgruppe befinden sich schließlich die Programmsymbole, die die Prozesse zum täglichen Update, zur Reorganisation der Daten und zum Einlesen der Historien enthalten.


Alles ist Geschichte

Um zu einer ausreichenden Datenbasis zu gelangen, werden zunächst die Historien eingelesen, was sich als absolut problemlos erweist. Dazu müssen die Dateien von den Disketten, auf denen NWP die Historien anliefert, in ein Eingangsverzeichnis kopiert werden . Anschließend wird mit einem Doppelklick auf Historien einlesen die Verarbeitung gestartet. Prinzipiell können die Dateien von allen Disketten auf ein Mal verarbeitet werden, vorausgesetzt, daß man genügend Festplattenplatz sein Eigen nennt. Die MetaStock-Daten der Historien des NWP-Profi-Abonnements benötigen etwa 120 Megabyte, und es können außerdem bei der Verarbeitung temporäre Dateien beträchtlicher Größe entstehen. Bei weniger Platz bleibt nichts anderes übrig, als die Dateien portionsweise zu verarbeiten. Wenn das nicht ausreicht, sollte man daran denken, den Umsatz der Hardwareindustrie durch die Anschaffung einer größeren Festplatte anzukurbeln, zumal die Datenmenge mit der Zeit mit absoluter Sicherheit zunimmt. Bei NWP kommt noch hinzu, daß die täglichen Daten zusätzlich noch Anleihen enthalten, für die keine Historien geliefert werden. Hat man alle Historien eingelesen, müssen die Daten noch über Daten reorganisieren in einen optimalen Organisationszustand gebracht werden. Dies empfiehlt sich auch sonst etwa einmal pro Woche.

Positiv zu vermerken ist die hohe Verarbeitungsgeschwindigkeit. Die Historien des NWP-PROFI-Abonnements werden auf einem Pentium-Rechner mit 90 MHz in weniger als einer Stunde verarbeitet. Wenn man daran denkt, daß Konkurrenzprodukte hier in Tagen rechnen müssen, ist dies ein atemberaubend guter Wert. MetaCareBase erreicht dies unter anderem dadurch, daß bei den für die Verarbeitung der Daten zuständigen Programmteilen auf visuellen Schnickschnack, sie laufen im Textmodus, verzichtet wurde. Darüber hinaus wird auf intensives Caching gesetzt, das aus einem Mehr an Hauptspeicher bis zu einer gewissen Grenze deutliche Vorteile zieht.

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Up to Date

Das Einlesen von neuen Daten funktioniert nach dem gleichen Prinzip: Kopieren der von NWP gelieferten Kursdatendateien ins Eingangsverzeichnis und anschließender Mausklick auf Update mit Archivieren. Bis die täglichen Daten in die MetaStock-Datenbank ein gelesen sind, vergehen bei den Daten des NWP-PROFI PLUS-Abonnements (ungefähr 16000 Wertpapiere) etwa zehn Minuten. Ein außerordentlich guter Wert, der wieder belegt, daß bei MetaCareBase auf maximale Performance Wert gelegt wurde. Ein weiterer dicker Pluspunkt von MetaCareBase ist, daß neu hinzukommende Wertpapiere aufgrund von Wertpapiersortierregeln automatisch richtig einsortiert werden. Dies bedeutet eine große Arbeitszeitersparnis im Vergleich zu herkömmlichen Programmen, bei denen neue Wertpapiere mühsam manuell angelegt und einsortiert werden müssen. Für alle Datenanbieter werden komplette Regelsätze mitgeliefert, die dann später auch leicht den eigenen Bedürfnissen entsprechend modifiziert werden können. Diese Wertpapiersortierregeln basieren auf den Stammdaten, die in eine eigene Datenbank eingelesen werden, da sich die Stammdaten nicht im MetaStock-Format speichern lassen.

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Die datenbankorientierten Optionen im Installationsprogramm. Auch EMASTER- und DOP- Dateien werden optional unterstützt.


Spionage

Die Stammdatenbank dient aber nicht nur diesem Zweck: Mit MetaCareBaseSPY, einem Add-On für Programme zur technischen Analyse, können die Stammdaten auch aus MetaStock für Windows oder Parity 1.5 heraus genützt werden. Die Stammdaten des aktuell angezeigten Wertpapiers werden automatisch in einem Fenster dargestellt. Endlich weiß man, wenn ein Optionsschein angezeigt wird, zum Beispiel sofort über dessen Laufzeit Bescheid. Diese Möglichkeit gab es bisher im Zusammenhang mit amerikanischen Programmen zur technischen Analyse nicht und man mußte in diesem Punkt voller Neid auf einige deutsche Softwareprodukte schauen.

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MetaCareBaseSPY - Der Spion in Aktion.

Organisation ist Alles

Die Entwickler haben sich auch einige Gedanken um die Bedürfnisse des Anwenders und um die Datensicherheit gemacht. Ein mitgeliefertes Programm archiviert automatisch die täglichen Quelldateien des Datenlieferanten mit Datum und Uhrzeit. Dies ist sonst nicht ohne weiteres möglich, da die meisten Datendienste, und so auch NWP, gepackte Dateien liefern, die unabhängig vom Datum der enthaltenen Kurse immer gleich benannt sind.

Für diese Archivierung greift MetaCareBase in der Windows95/NT-Version auf lange Dat einamen zurück und kümmert sich andererseits darum, daß beim eventuellen Wiedereinlesen die langen Dateinamen dem Entpacken nicht entgegenstehen. Aber nicht nur die gepackten Quelldaten lassen sich archivieren. Auch Wertpapiere, für die seit einem frei wählbaren Zeitraum, die Standardeinstellung beträgt 10 Tage, keine neuen Kursdaten mehr vorliegen oder solche für die eine Löschanweisung des Datenlieferanten vorliegt, können in ein einer weiteren identisch aufgebauten MetaStock-Datenbank archiviert und gleichzeitig in der ursprünglichen Datenbank gelöscht werden. Insbesondere ist das dann interessant, wenn zum Beispiel ausgelaufene Terminkontrakte als Trainingsmaterial für die Entwicklung von Handelssystemen gesammelt werden sollen. Aber es dient auch wieder der Sicherheit, da zum Beispiel versehentlich gelöschte Wertpapiere nicht wirklich gelöscht, sondern archiviert werden. Dieser Prozeß wird zusammen mit der Kursbereinigung in Zusammenhang mit jeglicher Art von Kapitalmaßnahmen über Splits und Löschen aufgerufen.

Dies sind im Wesentlichen die Vorgänge, die MetaCareBase in seiner Grundkonfiguration sofort anbietet. Darüber hinaus kann MetaCareBase auch auf sehr spezielle Anforderungen angepaßt werden, denn eigentlich verbirgt sich unter den sorgsam vorkonfigurierten Verarbeitungsvorgängen ein Zusammenspiel von einer ganzen Anzahl von Textmodus-Anwendungen, die durch Stapelverarbeitungsprogramme verknüpft sind. Beispielsweise lassen sich Kursreihen automatisch in selbst definierbaren ASCII-Formaten exportieren, was in Zusammenhang mit neuronalen Netzen oder anderen Programmen, die ASCII-Daten benötigen, von Vorteil ist. Dazu muß man allerdings im Gegensatz zur Grundkonfiguration das annähernd hundertseitige Handbuch bemühen. Es ist in knappem Englisch gehalten und verführt nicht gerade zur gemütlichen Abendlektüre. Es hat eher Referenzcharakter. Man wird aber durch die aufgezeigten Lösungsmöglichkeiten auch für spezielle Probleme mehr als entschädigt. So werden etwa mehrere Möglichkeiten zu heuristischen Datenfehlerkorrektur angeboten. Damit lassen sich zum Beispiel unerwünschte Nullwerte vermeiden oder es kann sichergestellt werden, das der Höchstkurs wirklich der Höchste der gelieferten Werte ist. Das Handbuch ist eine echte Fundgrube für alle, die sich mit den Problemen um die Kursdatenpflege intensiver beschäftigen wollen oder müssen. Man merkt deutlich, daß hier langjährige Erfahrungen eingeflossen sind.

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Ruf doch mal an

Für den Download der täglichen Daten von der Mailbox des Datenlieferanten bietet MetaCareBase ebenfalls eine Lösung. Zwar ist in MetaCareBase kein Kommunikationsprogramm integriert, aber das populäre Terminalprogramm Telix wird mit einem mitgelieferten datenanbieterspezifischen Skript so eingebunden, daß ein Mausklick genügt, um die Daten herunterzuladen und die MetaStock-Datenbank auf den neusten Stand zu bringen. Bei NWP ist das Skript sogar in der Lage festzustellen, welche Daten zuletzt heruntergeladen wurden, um dann unabhängig von Zeitpunkt des Anrufs automatisch die richtigen Dateien anzufordern. Die Konfiguration von Telix erweist sich normalerweise als einfach und wird in Zusammenhang mit MetaCareBase und NWP speziell beschrieben. Telix wird nicht mitgeliefert, ist aber bei vielen Modempaketen als Standardsoftware enthalten und kann auch als Sharewareversion von der MetaCareBase-Support-Mailbox (Tel. 07531-914552) heruntergeladen werden. Überhaupt lohnt es sich, ab und zu in der hervorragenden Support-Mailbox vorbeizuschauen, denn es werden dort immer die neusten Informationen und Updates (kostenlos) angeboten. Auch voll funktionsfähige Testversionen liegen bereit.

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MetaCareBase informiert den Benutzer nach den Aktionen detailliert über die durchgeführten Maßnahmen.


Noch mehr Zeitreihen

In MetaCareBase ist zusätzlich ein wertvolles Werkzeug enthalten, das sich nicht mit der Beschaffung und Pflege von Kursdaten beschäftigt, sondern eher in den Bereich der technischen Analyse gehört. The IndexBuilder erlaubt es, Sätze von MetaStock-Zeitreihen verschiedener Wertpapiere zu neuen MetaStock-Zeitreihen zu verknüpfen. Die Anzahl der Quellwertpapiere ist dabei prinzipiell unbeschränkt.

Es stehen eine Vielzahl von interessanten Verknüpfungsmöglichkeiten zur Verfügung, die Berechnungen ermöglichen , die mit Programmen zur technischen Analyse allein nicht möglich sind, da diese meist nur maximal zwei Wertpapiere halbwegs problemlos verknüpfen können. Die Spannweite reicht von der Berechnung eines einfachen Baskets über Advance-Decline-Linien und dem ARMS-Indikator bis zur exotischen Bollinger Band Classification. Insgesamt werden mehr als 20 verschiedene Indizes, Indikatoren und Varianten angeboten. Um einen solchen Index berechnen zu können, muß dieser in einer Textdatei, der Index-Definitionsdatei, in Art und Zusammensetzung definiert werden. Besonders interessant ist The IndexBuilder im Zusammenhang mit Optionsscheinen, wenn man zum Beispiel einem Basket, der einem Optionsschein zugrundeliegt, modellieren möchte. Endlich hat man damit das zugrundeliegende Basisinstrument zur Verfügung.


Fazit

Als erstes 32-bit-Programm seiner Art verfolgt MetaCareBase konsequent neue Ansätze bei der Kursdatenverarbeitung. Einsteiger und Profis können sich über einen hohen Automatisierungsgrad und eine hohe Geschwindigkeit beim Umgang mit der täglichen Kursdatenflut freuen. Profis werden zusätzlich die hohe Flexibilität zu schätzen wissen, was allerdings die Bereitschaft bedingt, sich in die Details näher einzuarbeiten. Bei den direkt an der Verarbeitung der Kursdaten beteiligten Programmteilen vermißt man anfänglich die grafische Oberfläche, die hohe Funktionalität und die gute Integration durch das Programm zur Grundkonfiguration machen dies jedoch wett. Mit MetaCareBaseSPY und The IndexBuilder werden zusätzlich Programme aufgeboten, die weit und breit in Ihrer Art und Funktionalität einmalig sind. The IndexBuilder ist schon für sich allein genommen eine kleine Perle. MetaCareBase ist mit einem Preis von DM 229,- ein mehr als preiswertes Werkzeug für Anleger, die sich über den Wert Ihrer Daten für die Analyse bewußt sind.

Johann Bründl

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Der Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers des Optionsschein-Magazins:

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Über die im Optionsschein-Magazin als Bezugsquelle genannte BSV GmbH ist MetaCareBase nicht mehr erhältlich.



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